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Werke von:
Evelin Brosi & Elvis Bonier
Elias Cafmeyer
Vedran Kopljar

Performances von
Orphan Fairytale (20 Uhr)
Floris Vanhoof (21 Uhr)


Zusammengestellt von
Guillaume Bijl

Eröffnung: Fr, 17.05.2019, 19 Uhr

Die Antwerpener Kunstszene ist zu Gast bei TYSON: Mit Evelin Brosi & Elvis Bonier, Elias Cafmeyer, Vedran Kopljar und Soundperformances von Orphan Fairytale und Floris Vanhoof hat Guillaume Bijl eine Ausstellung zusammengestellt, die einen kleinen aber lebendigen und vielfältigen Einblick vermittelt.

Unter verschiedenen Synonymen wie Evelin Brosi & Elvis Bonier arbeitet Boris van den Eynden (*1984, Schoten, Belgien) als Performance-Künstler, Schriftsteller, Musiker und Verleger. Ursprünglich von der Grafik her kommend und in einem zweiten Studiengang der freien Kunst zugewandt, setzt er selbstgeschaffene Texte digital um. In seiner künstlerischen Praxis schreibt er mit Hilfe von selbstprogrammierten Computerprogrammen Bücher, die als poetische Aktionen verstanden werden können. Er vergleicht die Arbeit eines Typographen mit der eines Textverarbeitungsprogramms und zeigt sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede auf. Vorgetragen werden die Texte in performativen Lesungen. Meist handelt es sich dabei um Wortgedichte und absurd wirkende Handlungen.

In seinen Skulpturen, Modellen, Architekturen und Videoinstallationen setzt sich Elias Cafmeyer (*1990, Roeselare, Belgien) unter anderem mit der Konstruktion des urbanen öffentlichen Raums, ihrer Mobilität und ihren Ordnungsprinzipien auseinander. Signale und Zeichen, die den Bewegungsfluss lenken, werden aus dem ursprünglichen Kontext enthoben und in abstrakte, zum Teil absurde, Zusammenhänge angeordnet. Die neuen Anordnungen stellen die bisher gewohnte Wahrnehmung des Alltags in Frage und können ein Gefühl der Entfremdung im eigenen Umfeld hervorrufen. Zum Teil inszeniert Cafmeyer seine Installationen direkt im öffentlichen Raum.

Vedran Kopljars (*1991, Slavonski Brod, Kroatien) Bilderreihen behandeln ständig wechselnde Themen, in denen er den menschlichen Körper erforscht oder den Zusammenhang von Wort und Bild ins Absurde steigert. In seinen 'Innerspace Paintings' geht Kopljar der Frage nach, wie man die verborgenen Bereiche des menschlichen Körpers sichtbar und erlebbar machen kann. Dazu schichtet er plastisch geformte Ebenen zu Illusionen eines menschlichen Innenraumes. In anderen Werken stilisiert er kleine persönliche Obsessionen zu pseudo-wissenschaftlichen Standards oder er kombiniert Motive aus der Kunstgeschichte mit Bildern aus dem Internet und Elementen aus dem Alltag. Humor und Ironie spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die unter dem Künstlernamen Orphan Fairytale agierende belgische Musikerin Eva van Deuren ist seit Mitte der 2000er Jahre in der elektronischen Musikszene bekannt. Mit Spielzeuginstrumenten, selbst gebauten elektronischen Geräten, alten Tapes und Keyboards kreiert sie eine märchenhafte, mystische und hypnotisierende Klangwelt. Ihre psychedelisch-minimalistische Musik wirkt verspielt und wundersam mit traumhaften Muster angereichert durch sorgfältig platzierte Noten, sich wiederholenden Akkorden, Daumen-Piano-Loops in kindlicher Kinderreim-artiger Qualität. Orphan Fairytale hat Schallplatten und Bänder auf Labels wie Aguirre Records, Ultra Eczema, Blackest Rainbow und vielen mehr veröffentlicht.

Floris Vanhoof (*1982, Mol, Belgien) Performances sind ein Zusammenspiel von Musik, Fotografie und Film. Seine All-Over-Projektionen mit Experimentalfilmen auf 16 Millimeter sind raumfüllende visuelle Erlebnisse. Inspiriert von Filmen der 1960er Jahre, von früher elektronischer Musik und der Minimal Art arbeitet er mit selbstgebauten Instrumenten, Filmen und Dia-Installationen, um die Grenzen zwischen Bild, Licht und Ton aufzulösen. Bewusst wählt er dabei eine analoge Technologie, um eine größere Transparenz der Arbeitsabläufe zu schaffen. Ungeachtet einer inhärenten Nostalgie experimentiert der Künstler mit dem, was früher Hightech war. Vanhoof sucht dabei immer nach Wegen, um mit Hilfe der alten Medien neue Bilder zu erzeugen.

Der belgische Installationskünstler Guillaume Bijl, der in dieser Ausstellung als Kurator fungiert, ist spätestens seit seiner Teilnahme bei der documenta IX (1992) mit dem dort gezeigten "Documenta Wax Museum" und seiner Teilnahme an den Skulptur Projekten Münster (2007) international bekannt. Erste Aufmerksamkeit erlangte er bereits in den späten 1970er Jahren durch seine alternative Sicht auf die Konzeptkunst, als er begann Alltagsrealitäten minutiös in Kunstorte zu transferieren und den Betrachter direkt zu involvieren. Inspiriert von der Banalität einer konsumgetriebenen Gesellschaft schafft er mit feiner Ironie und Humor ästhetische Verweissysteme, die bis heute in seinen Installationen zu finden sind.
Auch nach seiner Professur an der Kunstakademie Münster ist Guillaume Bijl als aktiver Förderer in der jungen Antwerpener Kunstszene tatkräftig.

www.guillaumebijl.be
evelinbrosi-elvisbonier.be
www.eliascafmeyer.com
www.vedrankopljar.com
soundcloud.com/orphan-fairytale
endlesswebsite.blogspot.com

Ausstellung bis 05.07.2019
Öffnungszeiten im Rahmen der AIC ON:
Sa 25.05., 15–19 Uhr und So 26.05., 12–16 Uhr
ansonsten jeden Mittwoch 17-20 Uhr sowie auf Anfrage

English version of the text (.pdf)

TYSON Guillaume Bijl

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Mit freundlicher Unterstützung durch:/ The exhibition is kindly supported by:


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